Die ‚weiße’ Sicht

 

Antwort (Skizze):

Die Welt kompakt, 12. Mai 2016: „Da kriegt der Weiße was aufs Dach

„Da kriegt der Weiße was aufs Dach“ – wenn der Autor das so sieht, hätte er es wohl wahrlich verdient.

Es geht ja in dieser Ausstellung nicht um das Aufrechnen historischer Diskriminierung und das Beschämen eines ‚weißen’ Publikums, und damit auch gar nicht um eine visualisierte Political Correctness, die Theaster Gates hier angeblich „doziert“.

Die Ausstellung versammelt Arbeiten, die sich auf die Erfahrungen des Künstlers gründen, die ihre Materialien und Themen aus seiner direkten Lebenswelt beziehen. Er zeigt, was ihm wichtig ist und führt vor, welche Gesellschaftsstrukturen ihn beeinflusst haben. Er wird sich dabei ganz genau überlegt haben, dass sein Publikum in Bregenz in postkolonialem Diskurs nicht sonderlich versiert ist. Das Resultat ist auf jeden Fall eine äußerst spannende Ausstellung.

Wenn nun Herr Müller eine andere „“afroamerikanische Kunst““ Kunst fordert, eine, die nicht die Folgen jahrhundertelanger Diskriminierung mit einbezieht, was sagt er uns dann? Dass er glaubt, die Geschichte dieser Diskriminierung sei irrelevant für die heutige Gesellschaft, oder dass der Schwarze an sich „mehr Geheimnis, Härte, Eigensinn, Andersartigkeit“ zeigt oder zeigen sollte?

Theaster Gates, übernehmen Sie!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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